Lexicon of Arguments


Philosophical and Scientific Issues in Dispute
 


[german]  

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The author or concept searched is found in the following 5 entries.
Disputed term/author/ism Author
Entry
Reference
Correctness Wright
 
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I 272f
Def "Correctly": T-predicate for minimally truth-enabled discourses.
I 272f
Def "korrekt"Wright: hier: W-Prädikat für minimal wahrheitsfähige Diskurse
Wright I 276
Korrektheit/Negation/Logik/Wahrheit/Wright: wenn sowohl Wahrheit als auch Korrektheit im Spiel ist, gibt es eine Unterscheidung zwischen der a) eigentlichen, strengen Negation: verwandelt jeden wahren oder korrekten Satz in einen falschen oder inkorrekten eine andere Negationsform gibt:
b) Negation: wirkt so, dass ein wahrer (oder korrekter) Satz genau dann konstruiert wird, wenn sein Argument keine Wahrheit erreicht.

Negation/WrightVsBoghossian: der Vorschlag (>Nonfaktualismus) nimmt ja tatsächlich an, dass ""A" ist wahr" komplementär sein sollte der Negation von A im letzteren Sinne.
Ein vollkommen vernünftiger Gegenvorschlag ist aber, dass A viel eher dem strengen Begriff der ersteren Negation komplementär sein sollte.
Dann ist für den Fall, dass A bloß korrekt ist, die Bewertung von ""A" ist wahr" ebenfalls korrekt und die Anwendung des Wahrheitsprädikats wird generell konservativ sein.

WrightVsVs: der Teppich wirft nun aber an anderer Stelle Falten: dem Übergang von (i) nach (ii): das scheinbar unangreifbare Prinzip, dass nur ein Satz mit einer Wahrheitsbedingung wahr sein kann, hätte die Form des Konditionals:

(II) "A" ist wahr > "A" hat eine Wahrheitsbedingung

I 276/277
Und jede konservative Matrix für ""A" ist wahr" gefährdet dieses Prinzip in dem Fall, wo A nicht wahrheitsfähig, aber korrekt ist. Denn dann wird die konservative Matrix ""a" ist wahr" als korrekt bewerten.
Das Konsequens (II), dass "A" eine Wahrheitsbedingung hat (eine Tatsache, die es wahr macht) wird dann vermutlich inkorrekt sein.
- - -
Bedeutungsminimalismus/Korrektheit/Wright: kann bestimmte Sätze (etwa über primäre Qualitäten materieller Körper) nicht als Kandidaten für substanzielle (gehaltvolle) Wahrheit betrachten.
Die Zuschreibung einer Wahrheitsbedingung kann daher für einen solchen Satz korrekt sein (?).
So kann auch bei einer konservativen Matrix die Behauptung

"S hat die Wahrheitsbedingung, dass P" ist wahr

korrekt sein. Aber die ganze Grundlage der Argumentation ist, dass der Bedeutungsminimalismus keine Wahl hat, als

"S hat die Wahrheitsbedingung, dass P" hat eine Wahrheitsbedingung

als unweigerlich zumindest inkorrekt anzusehen andernfalls gibt es keine Bekräftigung von (i) als Prämisse. ((i): Es ist nicht der Fall, dass "S hat die Wahrheitsbedingung, dass P" eine Wahrheitsbedingung besitzt).

Die Einsetzung von "S hat die Wahrheitsbedingung, dass P" für "A" in (II) erzeugt folglich bei einer konservativen Matrix für den Bedeutungsminimalismus selbst ein korrektes Antezedens, aber ein inkorrektes Konsequens.

I 277/278
WrightVsBoghossian: Zusammenfassung: Wenn die Matrix (Wahrheitstabelle) für "wahr" nicht konservativ ist, dann versagt das Zitattilgungsschema in der entscheidenden Richtung für den Übergang von (ii) nach (iii), wenn die Matrix andererseits konservativ ist, scheitert angesichts der Prämisse (i) das Prinzip, dass nur ein Satz mit einer WB wahr ist. (Der Satz ist inkorrekt).
Schließlich, wenn die Prämisse (i) nicht zugelassen wird, gibt es gar keine Argumentation.

Wri I
Cr. Wright
Wahrheit und Objektivität Frankfurt 2001

Deflationism Brandom
 
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I 466
Deflationism: Brandom pro: propositional elimination of unnecessary assumptions - Problem: D undermines itself - not a fact is claimed when "it is true that snow is white" - Definition Deflationism: denies that content can be explained in concepts of truth conditions and compliance with the facts - Problem: D cannot deny that properties are expressed by predicates. ---
I 468
BrandomVsVs: "is true" is a pro-sentence forming operator, not a predicate. ---
I 469
Deflationism/Non-Factualism (BoghossianVs): Brandom: a fact does not make a fact true, only in the derived sense - not semantic fact together with physical fact - facts do not depend on the assertion - BrandomVsBoghossian: there is no situation in which there are no facts.

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001

Negation Wright
 
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I 275/76
Negation/logic/truth/correctness/correct: if both truth and correctness are playing a role, there is a distinction (see above > Neg) between the   a) proper, strict negation: turns any true or correct sentence in a false or incorrect - another negation form:
  b) negation: acts so that a true (or correct) sentence is constructed exactly then when his argument does not reach truth.
---
I 276
Negation/WrightVsBoghossian: the proposal does indeed assume that ""A" is true" should be complementary to the negation of A in the latter sense.         A perfectly reasonable counterproposal is, however, that A should be rather complementary to the strict notion of the former negation.
        Then, for the case that A is only correct, the valuation of ""A" is true" is also correct and the application of the truth predicate will be generally conservative.
WrightVsVs: but the (DB) carpet now throws elsewhere wrinkles
  (see Conservativeness).
---
I 88
Negation: Definition negation operator "Neg": "Neg A" is true if A is false and false in all other cases (e.g. with a lack of assertibility or Super-assertibility) - incorrect solution: then with low validity of A <> B: negation equivalence "Neg (P) is true" <> Neg ("P" is true)? - WrightVs: that will not work, even with "assertible" instead of "true".

Wri I
Cr. Wright
Wahrheit und Objektivität Frankfurt 2001

Negation Boghossian
 
Books on Amazon:
Peter Boghossian
Wright I, 276
Negation/Logic/Truth/Correctness/correct: If both truth and correctness are involved, there is a distinction between the A) real, strict negation: it transforms every true or correct sentence into a false or incorrect one, another negation form:
B) Negation: it acts so that a true (or correct) sentence is constructed exactly when its argument does not reach any truth.
Negation/WrightVsBoghossian: the proposition (> nonfactualism) actually assumes that ""A" is true" should be complementary to the negation of A in the latter sense.
        A perfectly reasonable counter-proposal, however, is that A should rather be complementary to the strict concept of the former negation.
Then, in the case that A is merely correct, the valuation of ""A" is true" is also correct and the application of the truth predicate will be generally conservative.

WrightVsVs: but there are problems at a different end now: the transition of (i) to (ii): the seemingly unassailable principle that only one sentence with a truth condition can be true would have the form of the conditional:

(II) "A" is true> "A" has a truth condition
---
I 276/277
And any conservative matrix for ""A" is true" endangers this principle in the case where A is not true but correct. For then the conservative matrix ""a" is true" is evaluated as correct.
The consequent (II) that "A" has a truth condition (a fact that makes it true) will then probably be incorrect.

Bogh I
Paul Boghossian
Fear of Knowledge: Against Relativism and Constructivism Oxford 2007

Boghe I
Peter Boghossian
A manual for Creating Atheists Charlottesville 2013

Nonfactualism Brandom
 
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I 469
Deflationism/Non-Factualism (BoghossianVs): Brandom: a fact does not make another fact true - only in the derived sense - no semantic facts in addition to physical facts - facts do not depend on assertion - BrandomVsBoghossian: there is no situation in which there were no facts...

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001


The author or concept searched is found in the following controversies.
Disputed term/author/ism Author Vs Author
Entry
Reference
Boghossian, Paul Wright Vs Boghossian, Paul
 
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I 270
Boghossian: betrachten wir einen ausschließlich auf Bedeutung (nicht auf Wahrheit) bezogenen Non Faktualismus: es gibt keine Eigenschaft der Art, dass ein Wort etwas bedeutet, und folglich auch keine derartige Tatsache.
Da nun die Wahrheitsbedingung eines Satzes eine Funktion seiner Bedeutung ist, bedingt der Non Faktualismus bezüglich der Bedeutung notwendig einen Non Faktualismus bezüglich der Wahrheitsbedingungen. dann ergibt sich:
(5) Für alle S,P:"S hat die Wahrheitsbedingung P" ist nicht wahrheitskonditional.
nach Zitattilgung:
(4) Für jeden S:"S" ist nicht wahrheitskonditional.
"Faszinierende Konsequenz"/Boghossian: eines Non Faktualismus der Bedeutung: ein globaler Non Faktualismus. Und gerade darin unterscheidet sich ein Non Faktualismus der Bedeutung von einem Non Faktualismus mit Bezug auf irgendeinen anderen Gegenstand..
I 271
WrightVsBoghossian: viele werden gegen seine implizite Philosophie der Wahrheit protestieren, gegen den Gebrauch des Wortes allein kann man jedoch nichts einwenden. Globaler Minimalismus/WrightVsBoghossian: Problem: 1. kann der benötigte Begriff der substanziellen Wahrheit vollkommen verständlich sein, wenn es dafür gezwungenermassen überhaupt keine Beispiele gibt?
((s) Weil das ja gerade von der These bestritten wird).
2. Schwieriger noch ist der Status der Begründung. Muss ein Verfechter nicht verlangen, dass die Begründung stichhaltig ist? Eine solche Begründung müsste dann aber mindestens die Kognitive Nötigung zeigen und damit den Minimalismus übersteigen.
I 273
WrightVsBoghossian: mit dem Prinzip, dass nur ein Satz mit einer Wahrheitsbedingung wahr sein kann, können wir übergehen zu: (iv) Es ist nicht der Fall, dass S wahr ist
und dann, indem wir (i) - die Prämisse der Argumentation - für S einsetzen
(v) Es ist nicht der Fall, dass (i) wahr ist.
Daraus dann der "Zitattilgungseigenschaften":
(vi) Es ist nicht der Fall, dass es nicht der Fall ist, dass "S hat die Wahrheitsbedingung dass P" eine Wahrheitsbedingung hat.
Ist das nun aber eine reductio ad absurdum von (i)? Das ist keine dumme Frage!
Wenn Wahrheit als substanziell verstanden wird, und mit einem geringerwertigen Surrogat kontrastiert wird, dann ist die Leugnung der Wahrheit nicht unbedingt inkonsistent mit der Behauptung ihrer Korrektheit.
Eine richtige reductio müsste zeigen, dass (i) nicht einmal korrekt ist.
Boghossian steht damit vor einem Dilemma:
a) wenn es eine reductio von (i) ist, zeigt das, dass der Bedeutungsminimalismus inkohärent ist,
I 274
b) wenn es keine reductio ist - wenn die Negation in (vi) eine substantielle Wahrheit verwirft und nicht bloß die Korrektheit negiert - dann kann (iii) nicht länger als Ausdruck des globalen Minimalismus (der Bedeutung und der Wahrheit) sein, denn (iii) ist konsistent mit der Korrektheit der Behauptung, dass bestimmte Sätze substanzielle Wahrheitsbedingungen besitzen. (iii) kann höchstens verlangen, dass jede Aussage die bloß korrekt sein kann, selbst nicht mehr als Korrektheit zulassen kann. WrightVsBoghossian: die "faszinierende Konsequenz" ist nirgends in Sicht. 1. Der Bedeutungsminimalismus hebt sich nicht selbst auf.
2. Es ergibt sich auch nicht logisch notwendig ein Minimalismus bezüglich der Unterscheidung zwischen Diskursen, die für substantielle Wahrheit geeignet sind, und solchen, die es nicht sind.
Problem: dass Boghossian mit unterschiedlichen Wahrheitsprädikaten ("wahr" und "korrekt") arbeiten muss. Gerade das ist für seine Unterscheidung natürlich wichtig, aber es hat eine potentielle Auswirkung auf die Zitattilgung, die für ihn so wichtig ist.
Wright: "starkes Bedürfnis": eine Philosophie, die zwischen dem substanziell Wahren und dem bloß Korrekten unterscheidet, muss selbst substanziell sein.
I 275
WrightVsBoghossian: die Einzelheiten: der Zug von (ii) nach (iii) ist ein modus tollens auf dem rechts links Abschnitt des Zitattilgungsschemas (DS): (I) A > "A" ist wahr.
Frage: können wir mit Sicherheit annehmen, dass dieses Prinzip gilt zumindest korrekt ist wenn sowohl Wahrheit als auch Korrektheit im Spiel sind? Nein: wenn A bloß korrekt ist, gibt die Behauptung, dass "A" wahr ist, ihren Status im besten Fall inkorrekt wieder !
Entscheidend: für den Übergang von (ii) nach (iii) ist der relevante Ersatz für "A": "S" hat die Wahrheitsbedingung, dass P" ein Satz, der gemäß dem Bedeutungsminimalismus bloß Korrektheit zulässt, und nicht Wahrheit.
Negation/WrightVsBoghossian: der Vorschlag nimmt ja tatsächlich an, dass ""A" ist wahr" komplementär sein sollte der Negation von A im letzeren Sinne.
Ein vollkommen vernünftiger Gegenvorschlag ist aber, dass A viel eher dem strengen Begriff der ersteren Negation komplementär sein sollte.
Dann ist für den Fall, dass A bloß korrekt ist, die Bewertung von ""A" ist wahr" ebenfalls korrekt und die Anwendung des Wahrheitsprädikats wird generell konservativ sein.
WrightVsVs: der Teppich wirft nun aber an anderer Stelle Falten: dem Übergang von (i) nach (ii): das scheinbar unangreifbare Prinzip, dass nur ein Satz mit einer Wahrheitsbedingung wahr sein kann, hätte die Form des Konditionals:
(II) "A" ist wahr > "A" hat eine Wahrheitsbedingung
I 276/277
Und jede konservative Matrix für ""A" ist wahr" gefährdet dieses Prinzip in dem Fall, wo A nicht wahrheitsfähig, aber korrekt ist. Denn dann wird die konservative Matrix ""a" ist wahr" als korrekt bewerten.
Das Konsequens (II), dass "A" eine Wahrheitsbedingung hat (eine Tatsache, die es wahr macht) wird dann vermutlich inkorrekt sein.
I 277/278
WrightVsBoghossian: Fazit: Wenn die Matrix (Wahrheitstabelle) für "wahr" nicht konservativ ist, dann versagt das Zitattilgungsschema in der entscheidenden Richtung für den Übergang von (ii) nach (iii), wenn die Matrix andererseits konservativ ist, scheitert angesichts der Prämisse (i) das Prinzip, dass nur ein Satz mit einer Wahrheitsbedingung wahr ist. (Der Satz ist inkorrekt).
Schließlich, wenn die Prämisse (i) nicht zugelassen wird, gibt es gar keine Argumentation.
I 293
Deflationismus: jeder bedeutsame Satz (also ein Satz mit Wahrheitsbedingung) eignet sich für deflationäre Wahrheit oder Falschheit. Wenn aber Wahrheit nicht deflationär ist, muss sich "wahr" auf eine gehaltvolle Eigenschaft von Aussagen beziehen.
(Deflationismus: Wahrheit ist keine Eigenschaft).
WrightVsBoghossian: sein Problem ist, das er beides vereinbaren muss. Besteht die Argumentation nicht einfach in einem bloßen Spiel mit "bezieht sich auf eine Eigenschaft"? (Um Wahrheit als Eigenschaft zu vermeiden.)

Wri I
Cr. Wright
Wahrheit und Objektivität Frankfurt 2001