Lexicon of Arguments


Philosophical and Scientific Issues in Dispute
 
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Space Baudrillard
 
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Sokal I 169
Raum/Krieg/Baudrillard/Bricmont/Sokal: (J. Baudrillard The Gulf War Did Not Take Place. Bloomington, 1995.): Baudrillard, S: 50: „ Es ist höchst außergewöhnlich, das die zwei Hypothesen, die Apokalypse der Echtzeit und des reinen Krieges sowie der Triumph des Virtuellen über das Reale, zur selben Zeit realisiert werden, in derselben Raumzeit, beide in erbitterter Verfolgung der jeweils anderen. Es ist ein Zeichen dafür, dass der Raum des Ereignisses zu einem Hyperraum mit mehrfacher Refraktion und der Raum des Krieges eindeutig nichteuklidisch geworden ist. Nichteuklidische Geometiren/Sokal: wurden von Riemann, Lobatschewsky und Bolyai im 19. Jahrhundert entwickelt. Hier kann es entweder eine unendliche Zahl paralleler Linien oder gar keine parallele Linien geben.
Sokal I 170
SokalVsBaudrillard: was könnte diese Metapher bedeuten? Wie würde denn ein euklidischer Kriegsraum aussehen? Nebenbei bemerkt existiert der Begriff eines „Hyperraums mit mehrfacher Refraktion“ weder in der Mathematik noch in der Physik. Baudrillard: spricht von „unheilvoller Krümmung“, „Kugelgestalt der Zeit“, „unmerklicher Verzerrung des Gravitationsfeldes“… (J. Baudrillard, Die Illusion des Endes oder Der Streik der Ereignisse, Berlin, 1994, S. 23f).“durch diese hyperbolische Krümmung entgeht auch das Jahrhundert seinem Ende…“
Erinnerung/Geschichte/Baudrillard: …dem verdanken wir den (…) Eindruck, dass die Ereignisse in eine Erinnerungsloch gefallen sind. Dieses Versagen der Erinnerung ergibt sich zweifellos aus der Umkehrbewegung, aus der parabolischen Krümmung des geschichtlichen Raums. ( Baudrillard 1994 S. 38).
Sokal I 172
Geschichte/Raum/Baudrillard: spricht davon, dass im nichteuklidischen Raum der Geschichte kein Ende ausgemacht werden könne.
Sokal I 173
SokalVsBaudrillard: Baudrillard bemüht hier unter anderem wieder die Chaostheorie und Benvenistes These zum Gedächtnis von Wasser. Erstens kehrt die Chaostheorie in keiner Weise das Verhältnis von Ursache und Wirkung um. Auch hat sie nichts mit der These über das Gedächtnis von Wasser zu tun. Ende der Geschichte/Baudrillard: These:…selbst wenn es sich um das Jüngste Gericht handelt, werden wir unsere Bestimmung nicht erreichen. Wir sind heute von unserer Bestimmung durch einen Hyperraum mit variabler Brechung abgeschnitten…
Sokal I 176
SokalVsBaudrillard: zusammenfassend lässt sich sagen, dass Baudrillards Arbeiten eine Fülle wissenschaftlicher Ausdrücke enthalten die unter völliger Missachtung ihrer Bedeutung und, vor allem, in einem Kontext verwendet werden, in dem sie eindeutig irrelevant sind.

Baud I
J. Baudrillard
Simulacra and Simulation (Body, in Theory: Histories) Ann Arbor 1994

Baud II
Jean Baudrillard
Der symbolische Tausch und der Tod Berlin 2009

Time Reversal Baudrillard
 
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Sokal I 171
Zeitumkehr/Baudrillard/Bricmont/Sokal: (J. Baudrillard Die fatalen Strategien, München, 1991): Baudrillard spricht hier von einer Reversibilität der Kausalordnung…Triumph der Wirkung über die Ursache….“Flottieren und Unschärfe der Gesetze“…“mögliche Reversibilität“… SokalVsBaudrillard: es ist schwer zu entscheiden, was Baudrillard unter dem „Umkehren“ eines physikalischen Gesetzes“ versteht. In der Physik spricht man von der Umkehrbarkeit von Gesetzen als Kürzel für die „Invarianz gegenüber der Zeitumkehrung. Diese gilt für alle physikalischen Gesetze außer dem der schwachen Wechselwirkung.
Sokal I 172
Diese gilt jedoch auch schon für die Newtonsche Mechanik. Eine neue Entdeckung stellt ganz im Gegenteil die der Nicht-Umkehrbarkeit der schwachen Wechselwirkungen 1964 dar. Kausalität/Sokal: jedenfalls hat die Umkehrbarkeit der physikalischen Gesetze nichts mit einer angeblichen „Reversibilität der Kausalordnung“ zu tun.


Baud I
J. Baudrillard
Simulacra and Simulation (Body, in Theory: Histories) Ann Arbor 1994

Baud II
Jean Baudrillard
Der symbolische Tausch und der Tod Berlin 2009

Time Reversal Sokal
 
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Sokal I 171
Time Reversal/Baudrillard/Bricmont/Sokal: (J. Baudrillard: Die fatalen Strategien, Munich, 1991): Baudrillard speaks here of a reversibility of the causal order... triumph of the effect on the cause... "Floating and blurring of the laws"..."possible reversibility".... SokalVsBaudrillard: it is difficult to decide what Baudrillard means by the "reversal" of a physical law. In physics, we speak of the reversibility of laws as an abbreviation for the "invariance to time reversal". This applies to all physical laws except for the weak interaction.
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Sokal I 172
However, this also applies to Newtonian mechanics. On the contrary, a new discovery is the non-reversibility of weak interactions in 1964. Causality/Sokal: in any case, the reversibility of physical laws has nothing to do with an alleged "reversibility of the causal order".

Soka I
Alan Sokal
Eleganter Unsinn. Wie die Denker der Postmoderne die Wissenschaften missbrauchen München 1999

Soka II
Alan Sokal
Fashionable Nonsense: Postmodern Intellectuals’ Abuse of Science New York 1999